Gedenken
&
Erinnern
Emigration

Max Georg Berliner

geb. 26.07.1888 Lissa/Posen

Mitglied der DGIM 1923 bis 1935

 

Max Berliner, Sohn von Philipp Berliner, schloss sein Medizinstudium 1912 in Kiel mit einer Dissertation aus der psychiatrischen Klinik ab: „Beitrag zur Lehre von den psychischen Veränderungen bei Paralysis agitans“. Im Jahr darauf wurde er approbiert1 und kam als Assistent an die Berliner Charité. Hier publizierte er gemeinsam mit dem späteren Klinikdirektor Theodor Brugsch.2 Für 1917 ist belegt, dass er am Pathologischen Institut arbeitete.3 Im selben Jahr, am 27. August, heiratete er seine Frau Lilly Orenstein (1891–1972), Tochter des Eisenbahnindustriellen Benno Orenstein.4 Man wohnte in der Charlottenburger Bleibtreustraße 30.5

Emigration über England in die USA

1925 konnte er sich habilitieren und wurde 1930 nichtbeamteter außerordentlicher Professor für Innere Medizin.6 Er spezialisierte sich am Institut für Krebsforschung.7 Auf Grundlage des „Reichsbürgergesetzes“ wurde ihm 1935 die Lehrbefugnis entzogen.8 Spätestens im Juni 1936 verließ er Deutschland und floh nach England.9 Dort war er 1939 als „Unsettled General Practitioner“ in der 56 Worple Road SW19 in London registriert.10 Bald darauf muss Max Berliner in die USA übergesiedelt sein. 1942 war er in New York gemeldet. Er gab an, in einer eigenen Praxis zu arbeiten.11 In der ersten Hälfte der sechziger Jahre starb er wohl in Brooklyn.12

 


Quellennachweise

1 Vgl. Reichsmedizinalkalender 1933, S. 65.

2 Theodor Brugsch unter Mitarbeit von Max Berliner u.a., Klinische Laboratoriumstechnik, Berlin 1923.

3 Vgl. Heiratsregister der Berliner Standesämter 1874–1920.

4 Vgl. Heiratsregister der Berliner Standesämter 1874–1920;

5 Vgl. Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 38 (1926), S. XVI; Hans-Henning Zabel, Orenstein, Benno, in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 587 f. (https://www.deutsche-biographie.de/pnd136984827.html#ndbcontent, einges. 17.12.2019).

6 Vgl. Johannes Asen, Gesamtverzeichnis des Lehrkörpers der Universität Berlin I, 1810–1945, Leipzig 1955, S. 13.

7 Vgl. Hans-Henning Zabel, Orenstein, Benno, in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 587 f. (https://www.deutsche-biographie.de/pnd136984827.html#ndbcontent, einges. 17.12.2019).

8 Vgl. Udo Schagen, Wer wurde vertrieben? Wie wenig wissen wir? Die Vertreibungen aus der Berliner Medizinischen Fakultät 1933. Ein Überblick, in: Udo Schagen/Sabine Schleiermacher (Hg.), Die Charité im Dritten Reich. Zur Dienstbarkeit der medizinischen Wissenschaft im Nationalsozialismus, Paderborn, 2008 S. 51–65, S. 58. Vgl. auch Liste der Vertriebenen der Medizinischen Fakultät der Charité https://gedenkort.charite.de/menschen/, einges. 28.11.2019.

9 Vgl. Reichsmedizinalkalender 1935, Nachtrag 2, Juni 1936.

10 Vgl. Yvonne Kapp, Refugee Doctors and Dentists registered with the Medical Department, 1939, 2B.30.

11 The National Archives at St. Louis, Missouri, Record Group Title: Records of the Selective Service System, 1926–1975; Record Group Number: 147, Draft Registration Cards, S. 3675.

12 Hans-Henning Zabel, Orenstein, Benno, in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 587 f. (https://www.deutsche-biographie.de/pnd136984827.html#ndbcontent, einges. 17.12.2019).

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