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Emigration

Kurt Dresel

geb. 25.05.1892 Berlin
gest. 30.10.1951 New York

Mitglied der DGIM 1920 bis 1937

 

Kurt Dresel wuchs in Berlin auf. Er studierte in Berlin und Freiburg Medizin und erhielt 1917 in Berlin seine Approbation als Arzt.1 Von 1919 bis 1930 arbeitete er als Assistent an der II. Medizinischen Klinik der Charité Berlin unter Friedrich Kraus (1858–1936) und Gustav von Bergmann (1878–1955).2 1930 wurde er Chefarzt des Städtischen Krankenhauses Britz in Berlin.3 Er habilitierte sich 1923 und wurde zum Privatdozenten ernannt, 1927 zum nicht beamteten außerordentlichen Professor für Innere Medizin.4 Als Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät hielt er Vorlesungen an der II. Medizinischen Klinik der Charité zum Thema „Die Bedeutung des vegetativen Nervensystems insbesondere für die Innere Medizin“.5

1935 wurde Dresel aufgrund des „Reichsbürgergesetzes“ die Lehrbefugnis entzogen.6 Bereits zuvor war er als Chefarzt entlassen worden.7

Emigration nach New York

Dresel emigrierte 1938 mit seiner Familie nach New York.8 Dort praktizierte er weiterhin als Arzt, wie eine von ihm veröffentlichte Trichinosis-Warnung in der New York Times belegt.9 Ab Februar 1944 war er als Arzt in der US-Armee.10

Kurt Dresel starb in New York an den Folgen eines Herzinfarktes.11 Er hinterließ seine Frau Mathilde und seinen Sohn Peter.

Wissenschaftlich befasste sich Dresel vor allem mit experimenteller Pathologie und der Erforschung des vegetativen Nervensystems. So veröffentlichte er insgesamt 68 Arbeiten,12 unter anderem Untersuchungen zur Bestimmung von Herzschlagvolumen und Hämoglobin-Wert13 sowie die Gesamtdarstellung „Erkrankungen des vegetativen Nervensystems“.14

 


Quellennachweise

1 Vgl. Reichsmedizinalkalender 1933, S. 71; Isidor Fischer, Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre, Bd. II, Berlin/Wien 1933, S. 892f.

2 Vgl. Isidor Fischer, Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre, Bd. I, Berlin u.a. 1932, S. 330.

3 Vgl. Reichsmedizinalkalender 1931, S. 70.

4 Vgl. Udo Schagen, Wer wurde vertrieben? Wie wenig wissen wir? Die Vertreibungen aus der Berliner Medizinischen Fakultät 1933. Ein Überblick, in: Udo Schagen/Sabine Schleiermacher (Hg.), Die Charité im Dritten Reich. Zur Dienstbarkeit der medizinischen Wissenschaft im Nationalsozialismus, Paderborn 2008, S. 51–65, S. 58.

5 Vgl. Andreas D. Ebert, Jüdische Hochschullehrer an preußischen Universitäten (1870-1924). Eine quantitative Untersuchung mit biographischen Skizzen, Frankfurt a. M. 2008, S. 450.

6 Vgl. Schagen, Wer wurde vertrieben, S. 58; Festkomitee des Rates der Medizinischen Fakultät zur Vorbereitung der 250-Jahr-Feier der Charité (Hg.), 250 Jahre Charité, Berlin 1960, S. 90.

7 Vgl. Reichsmedizinalkalender 1937, S. 184.

8 Vgl. New York Times, 31.10.1951, S. 28.

9 Vgl. New York Times, 22.0.21940, S. 22.

10 Kurt M. Dresel Collection, 1844–1944, War Department an Kurt Dresel, 12.2.1944 (http://www.archive.org/stream/kurtmdreself001#page/n0/mode/1up, S. 8, einges. am 2.7.2018).

11 Schagen, Wer wurde vertrieben, S.58 gibt fälschlicherweise den 31.10.1951 als Todesdatum an.

12 Für einen Überblick über das wissenschaftliche Werk siehe Kurt M. Dresel Collection, Kurt Dresel, Verzeichnis meiner wissenschaftlichen Arbeiten (http://www.archive.org/stream/kurtmdreself001#page/n0/mode/1up, S.7, einges. 2.7.2018). Die meisten Texte lassen sich in diesem Internetarchiv finden.

13Kurt Dresel, Bestimmung der Blutmenge, des Gesamthämoglobins und des Herzschlagvolumens, o.O. o.J.

14Kurt Dresel, Erkrankungen des vegetativen Nervensystems, Berlin 1922.

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