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Leopold Lichtwitz

geb. 09.12.1876 Ohlau/Schlesien
gest. 16.03.1943 New Rochelle/New York

Mitglied der DGIM 1911 bis 1935

 

Leopold Lichtwitz wurde am 9. Dezember 1876 im schle­sischen Ohlau geboren. Sein Vater Jakob Licht­witz (1843–1920) war dort Königlicher Kreisarzt und Geheimer Medizinalrat. Ihm wurde 1920 vom Magistrat mit warmen Worten für seine „überaus grossen Verdienste“ gedankt. Schon seit 1913 war Jakob Lichtwitz Ehrenbürger von Ohlau.1

Als Göttinger Oberarzt Beitritt zur DGIM

Nach der Matura 1896 am Ohlauer Gymnasium studierte Leopold Lichtwitz Medizin in Breslau, München, Freiburg im Breisgau und Leipzig. 1901 wurde er in Leipzig mit einer Dissertation über die Beeinflussung der Resorption von Fett im Dünndarm durch Senföl promoviert. Anschließend blieb er bis 1906 als praktischer Arzt in seiner Heimatstadt Ohlau. Dem schloss sich 1906/07 ein Studium der Chemie und der Physikalischen Chemie in Leipzig an, bevor er Assistenzarzt an der Medizinischen Poliklinik in Freiburg i. Br. wurde. Am 1. Januar 1908 wechselte er auf eine Stelle als Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik Göttingen. Hier habilitierte er sich im Dezember desselben Jahres im Fach Innere Medizin. Im Frühjahr 1910 wurde er zum Oberarzt der Medizinischen Klinik ernannt und im Oktober 1910 mit der Leitung der Medizinischen Poliklinik betraut. 1911 findet sich sein Name erstmals im Mitgliederverzeichnis der DGIM. 1913 wurde er außerordentlicher Professor („Titularprofessor“).

Nachfolger Bergmanns in Altona

1916 wechselte Lichtwitz, in der Gründungsphase der Medizinischen Fakultät in Hamburg, als Nachfolger von Gustav von Bergmann an das Städtische Krankenhaus Altona, wo er zunächst die Leitung der Inneren Abteilung übernahm und schließlich zum Direktor des Krankenhauses aufstieg. Hier trat er als „leidenschaftlicher Modernisierer“ auf.2 Er setzte sich für eine „konsequente Dezentralisierung des Unterrichts am Krankenbett“ ein.3 Dabei fand er die volle Unterstützung des späteren Altonaer Oberbürgermeisters und Hamburger Ersten Bürgermeisters Max Brauer, damals zunächst Stadtkämmerer.4 Zu den konkreten Modernisierungsmaßnahmen zählten unter Lichtwitz in Altona unter anderem die Einrichtung einer Liegehalle und eines Dachgartens für Tuberkulosekranke, einer Bäderabteilung, einer Krankenhausapotheke, einer Röntgenabteilung sowie eines chemischen Labors.5 Lichtwitz galt bald als Lehrer „mit scharfem Verstand“ und „einem leicht sarkastischen, aber immer ins Schwarze treffenden Humor“, den „eine tiefe und echte Menschlichkeit auszeichnet“.6

Hans Adolf Krebs und Arthur Jores unter den Mitarbeitern

Zu Lichtwitz‘ Hamburger Mitarbeitern zählten der spätere Nobelpreisträger Hans Adolf Krebs, der 1933 in Freiburg als Jude entlassen wurde und nach Cambridge (England) floh, sowie Arthur Jores, der wegen seiner Kontakte zu Lichtwitz von den Nationalsozialisten degradiert wurde und nach 1945 zum Eppendorfer Klinikdirektor, Hamburger Universitätsrektor und DGIM-Ehrenmitglied aufstieg.7 Zum Standardwerk wurde Lichtwitz‘ 1918 erstmals veröffentlichtes und 1930 erheblich erweitertes Buch „Klinische Chemie“.8 Für das „Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie“ (1929) arbeitete er mit späteren Nationalsozialisten wie Alfred Schwenkenbecher ebenso zusammen wie mit später Verfolgten wie Abraham Adler und Julius Strasburger.

Die 1902 geschlossene Ehe mit Gertrud Bielschowsky (1879–1947) blieb kinderlos. Am Ersten Weltkrieg nahm er für kurze Zeit als kriegsfreiwilliger Arzt und Führer einer Roten-Kreuz-Kolonne teil. Er war 1914 Mitunterzeichner der von über 3000 Professoren und Hochschuldozenten getragenen kriegseuphorischen „Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reichs“.8a

DGIM-Vorsitzender 1932/33

1931 verließ Lichtwitz Altona und übernahm als Direktor die Leitung des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin, wo er ein „‘Diagnostikum‘ für besondere Stoffwechseluntersuchungen“ einrichtete.9 Zu diesem Zeitpunkt war Lichtwitz bereits Mitglied des Vorstands der DGIM und zum Vorsitzenden und Kongresspräsidenten des Jahres 1933 ausersehen. Er hatte seine Planungen für die Tagung beinahe abgeschlossen, als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Sehr schnell hielt man es innerhalb der DGIM für opportun, den von den neuen antisemitischen Machthabern als Juden geschmähten Arzt von der für ihn vorgesehenen Aufgabe zu entbinden.

Lichtwitz hatte auf der Ausschusssitzung der DGIM am 13. April 1932 sein Konzept für den Kongress ein Jahr später vorgestellt. Er setzte sich für „Themata“ ein, „die bisher auf dem Kongress noch nicht behandelt worden sind“ und nannte vorrangig „die Soziale und Gewerbemedicin“. „Ferner“, so heißt es im Protokoll der Ausschusssitzung, „könne die Bedeutung der Schwermetalle für physiologische und pathologische Vorgänge besprochen werden“. Als weitere Themen nannte er „die Beteiligung des Skeletts an inneren Erkrankungen“ und „die Wandlungen im Nebennierenproblem“. Widerspruch gab es offenbar nicht, wohl kamen ergänzende Vorschläge. Paul Morawitz als DGIM-Vorsitzender schlug „ein neurologisches Thema“ vor, um den Kongress für Psychiater und Fachneurologen attraktiv zu halten. Ludolph Brauer (Hamburg) forderte daraufhin unter Zustimmung, „es müsse wirkliche Organneurologie in ihrer Beziehung zur inneren Medizin gebracht werden“. Zudem nannte Morawitz das Thema „Hirntumoren“, Paul Martini (Bonn) „Die Erkrankungen der ableitenden Harnwege“ und Brauer „in Verbindung mit den Gewerbekrankheiten: Die Gefahren der Gasvergiftungen und der Gasschutz“.10

Absetzung vor dem Wiesbadener Kongress

Die routinemäßigen Vorbereitungen, die nach den thematischen Beratungen in die Wege geleitet wurden, wurden nach dem Regierungswechsel vom 30. Januar 1933 innerhalb der DGIM diskutiert und bald in eine andere Richtung gelenkt. Im März 1933 ergriff der für 1934 vorgesehene DGIM-Vorsitzende Alfred Schittenhelm in Abstimmung mit Geschäftsführer Anton Géronne offiziell die Initiative. Der stellvertretende Vorsitzende Paul Morawitz war für drei Wochen verreist, unter anderem nach Ägypten.11

Am 22. März 1933 legte Schittenhelm in einem als „streng vertraulich“ klassifizierten Rundschreiben den Ausschussmitgliedern die Frage vor, „ob es z. Zt. tragbar ist, daß Professor Lichtwitz den Vorsitz des Kongresses führt“. Weiter heißt es dort: „Professor Lichtwitz hat in einen soeben eingetroffenen Brief Dr. Géronne gegenüber zwar selbst angeregt, daß unter den dafür zuständigen Kreisen des Kongresse überlegt wird, ob evtl. Änderungen notwendig sind, und er hat auch auf die Möglichkeit hingewiesen, daß der ganze Kongreß vertagt würde, er hat aber nicht erwähnt, daß sein Rücktritt in Frage kommt.“12

Weil Geschäftsführer Géronne eine „Vertagung des Kongresses“ für „nicht gut möglich“ erklärte und Schittenhelm einen der Tradition entsprechenden Kongress offenbar ausschloss, hatten die Ausschussmitglieder zwischen drei Optionen zu wählen:

„1. Professor Lichtwitz führt den Vorsitz nicht, sondern ein anderes Vorstandsmitglied, etwa der stellvertretende Vorsitzende Professor Morawitz.

2. Der Kongreß tagt unter dem Vorsitz von Professor Lichtwitz als rein wissenschaftliche Tagung, es fällt aber das Festessen mit den üblichen Reden aus.

3. Der Kongreß wird dies [sic] Jahr überhaupt nicht abgehalten.“13

Schittenhelm selbst gab vor, das zweite Modell zu favorisieren, wies aber auf die Schwierigkeit hin, die mit Blick auf ein Telegramm an den Reichspräsidenten und vor allem auf ein am 20. April an Hitler abzusendendes Geburtstagstelegramm bestünden: „Von der Absendung der Telegramme müsste dann Professor Lichtwitz als Vorsitzender in seiner Eröffnungsrede im Auftrag des Ausschusses Kenntnis geben. Wenn Professor Lichtwitz dieser Lösung nicht zustimmen würde, dann müßte der stellvertretende Vorsitzende den Kongreß leiten. Ein Ausfall des Kongresses dürfte nicht in Frage kommen, da auch unser Kongreß m.E. die Pflicht hat, zu der Neuordnung in positivem Sinne Stellung zu nehmen.“14

Damit hatte Schittenhelm zum Ausdruck gebracht, dass er die DGIM auf nationalsozialistischen Kurs bringen wollte. Er war mit diesem Ansinnen erfolgreich. Selbst ein NS-kritisches Ausschussmitglied wie Paul Martini nahm Lichtwitz nur vorsichtig in Schutz, plädierte freilich für eine klare, nicht weiter eingeschränkte Realisierung der zweiten Option. Am 24. März 1933 schrieb Martini:

„Eine Änderung des Vorsitzenden, ohne daß Herr LICHTWITZ es selbst ablehnt, den Vorsitz zu führen, würde nicht der Würde des Kongresses entsprechen, der sich damit selbst desavouiert hätte. Es wäre außerdem eine unritterliche Handlung gegenüber Herrn LICHTWITZ, dessen Person sich seit seiner Wahl durch den Kongreß nicht geändert hat. Sofern der Kongreß damals einen Fehler gemacht haben sollte, wird er für die Folgen einzustehen haben, er kann aber nicht einen Anderen dafür büßen lassen. Der 3. Vorschlag, den Kongreß dies Jahr ganz ausfallen zu lassen, wäre eine Flucht, […] eine Pflichtverletzung. Dagegen scheint mir der 2. Vorschlag […] als richtig. Das Festessen ist kein notwendiger Bestandteil einer wissenschaftlichen Tagung, würde aber unter dem Vorsitz von Herrn Lichtwitz fast unweigerlich zu Konflikten führen. Es scheint mir wahrscheinlich, daß auch Herr Lichtwitz einsehen wird, daß es sowohl für ihn wie für die Gesamtheit richtig sein wird, diesen Verzicht zu bringen.“15

Martinis aufrichtiges und Schittenhelms stark eingeschränktes Plädoyer für die zweite Option setzte sich nicht durch. Lichtwitz wurde zum Rücktritt gedrängt.

Lichtwitz selbst beobachtete die Vorgänge genau und tauschte sich unter anderem mit Wolfgang Heubner aus, der in seiner Göttinger Zeit während der Weimarer Republik immer wieder für die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) aufgetreten war.16 Heubner war DGIM-Mitglied und seit 1932 als Nachfolger von Paul Trendelenburg Direktor des Pharmakologischen Instituts der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. In sein Tagebuch schrieb er am 23. März 1933: „Leo Lichtwitz erzählte, dass der Verwaltungsdirektor des Virchow Krankenhauses abgesetzt und 4 Ärzte verhaftet worden seien. Im Reichstag Annahme eines weitgehenden Ermächtigungsgesetzes für die Reichsregierung auf die Dauer von 4 Jahren mit den Stimmen des Centrums und der Staatspartei; nur die Sozialdemokraten dagegen. Rededuell Wels (Sozi) und Reichskanzler Hitler. Etwa 5 Sechstel aller Stimmen für die Regierung (Hypnose oder klare Verstandeshandlung?).“17

Flucht nach New York

Dass die Zuspitzung der Lage Konsequenzen für seine Position innerhalb der DGIM haben würde, war Lichtwitz zweifellos bewusst. Uneingeschränkte Solidarität fand er offenbar nirgends, prominente DGIM-Mitglieder wie Gustav von Bergmann wandten sich völlig von ihm ab. In den letzten Märztagen entschied sich Lichtwitz, Deutschland zu verlassen. Am 26. März 1933 notierte Wolfgang Heubner: „Morgens Anruf von Lichtwitz, dass er von Seiten einiger Vorstands- oder Ausschussmitglieder gebeten worden sei, vom Vorsitz des Kongresses in Wiesbaden zurückzutreten. Ich für Verschiebung des Kongresses, Bergmann, mit dem ich sprach, für Abhaltung ohne Lichtwitz.“18 Am 30. März 1933, genau zwei Monate nach dem Beginn der Kanzlerschaft Hitlers, hielt Heubner fest: „Abends Lichtwitz und Frau in die Schweiz abgereist.“19 Das Ehepaar Lichtwitz kehrte nicht mehr nach Deutschland zurück.

Am 17. April 1933 berichtete Alfred Schittenhelm im Ausschuss über die Umstände, „die Herrn Lichtwitz zur Niederlegung des Vorsitzes bestimmt haben“. Danach habe auf Wunsch Lichtwitz‘ eine Befragung der Ausschussmitglieder stattgefunden: „Die meisten Ausschussmitglieder hätten sich für Abhaltung des Kongresses zu dem vorgesehenen Termin und für den Rücktritt des Herrn Lichtwitz von seiner Funktion als Vorsitzender für dieses Jahr ausgesprochen.“20

Gerade die Tatsache, dass von der DGIM ein als jüdisch angesehener Arzt 1932/33 zu ihrem Vorsitzenden bestimmt worden war, hätte Anlass für Solidarität mit einem offenkundig in seinen Rechten eingeschränkten und bedrohten Kollegen sein können. Sie blieb aus. Lichtwitz hinterließ auf den Wiesbadener Kongressen eine Lücke. Der neun Jahre jüngere Wiener Kollege Herbert Elias erinnerte 1943 in einer deutschsprachigen New Yorker Zeitung an Lichtwitz: „Bei den jährlichen Kongressen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin hatte[n] er und seine Schule immer etwas Neues zu bringen. Seine witzigen und scharfen Diskussionsreden daselbst, sowie seine launigen Toaste waren das Entzücken seiner Zuhörer.“ Allgemein bemerkte Elias über Lichtwitz: „Als Arzt im Konsilium war Lichtwitz durch seine grosse klinische Erfahrung, seinen klugen Menschenverstand und seine tiefgehende Menschenkenntnis eine ausserordentliche Stütze. […] Im übrigen kam jeder, der mit Lichtwitz als Mensch in Berührung trat, unter den Bann seiner Persönlichkeit. Jeder fühlte den geraden Charakter in diesem Menschen, der ohne Umschweife den Nagel auf den Kopf traf, manchmal trocken sachlich, manchmal mit einem Witz. Wenn sich zartbesaitete Seelen unberechtigterweise durch seine Art verletzt fühlten, so war es Lichtwitz selbst, der es am lebhaftesten bedauerte.“21

Lichtwitz pflegte Umgang mit vielen Gelehrten. Seinen Eintrag findet man beispielsweise 1932 im Gästebuch Albert Einsteins.22 Vier Jahre zuvor hatte Einstein den Sommerurlaub in Scharbeutz unter der Obhut Lichtwitz’ verbracht.23 Auch danach galt Lichtwitz als Arzt, der Einstein noch von Altona aus in Berlin aufsuchte und ihn „fest in die Hände“ nahm, was bei Einstein eine gewisse Zurückhaltung entstehen ließ.24 Zunächst forderte Lichtwitz Schonung, dann, dass er „die Zuflucht Krankheit aufgebe“.25 Festzustellen ist, dass Lichtwitz im Bekanntenkreis Einsteins gerne über dessen Gesundheitszustand Auskunft gab.26 Vielleicht aus diesem Grunde verzichtete der herzleidende Fritz Haber auf die Konsultation Lichtwitz’, obwohl ihm dazu geraten wurde.27

Am Montefiore Hospital und an der Columbia University

Lichtwitz‘ neuer Weg führte ihn in die USA. Einer seiner Vertrauten dort war der meinungsfreudige Gustav Peter Bucky.28 Bucky, der schon von 1923 bis 1930 an New Yorker Kliniken tätig war und die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, leitete in den letzten Jahren der Weimarer Republik das Röntgen-Institut am Rudolf-Virchow-Krankenhaus. 1933 kehrte er unter dem Druck der neuen politischen Verhältnisse in die USA zurück.29 Er gilt neben dem Reformer des Medizinstudiums in den USA und Leopoldina-Mitglied Abraham Flexner als Fürsprecher Lichtwitz’ in New York, so dass dieser rasch eine leitende Position im Montefiore Hospital erhielt.30 Zwar war für die Stelle des „Chef[s] der Medizinischen Abteilung des Montefiore Hospital New York C“ zunächst Isidore Snapper als „first choice“ des Klinikdirektors Ephraim Michael Bluestone vorgesehen.31 Snapper blieb aber vorläufig in Amsterdam. Somit konnte Lichtwitz die Chefarztstelle übernehmen, zudem eine Professur an der Columbia University.32

Nüchtern stellte der Pathologe Heinrich Zangger im November 1934 in einem Brief an Albert Einstein fest: „Von Lichtwitz bekam ich eben Arbeiten, vor einem Jahr war er noch sehr deprimiert in Locarno als ich Abraham Flexner schrieb, jetzt ist er Chef in Montefiore.“33 Unumstritten war Lichtwitz am Montefiore-Hospital nicht. Manchen galt er als „a figure from the past“, als „Prussian aristocrat“.34 Dies lag nicht nur an seinem Habitus, sondern auch an der Skepsis gegenüber neuen pharmakotherapeutischen Verfahren. So lehnte er – möglicherweise unter dem Eindruck der „Massengill-Katastrophe“ (1937) – Behandlungen mit dem Arzneistoff Sulfanilamid ab.35 Lichtwitz selbst war mit den Verhältnissen an Montefiore derart unzufrieden, dass er während der 1941 ihm zu Ehren gegebenen Abschiedsparty Verärgerung auslöste. Vor 200 Gästen verglich er die Krankenhäuser in den USA und in Deutschland und kam zu dem Schluss, dass die amerikanischen – und insbesondere Montefiore – deutlich schlechter seien.36 Der mit Lichtwitz gut bekannte Rudolf Nissen erinnerte sich später, dass das Verhalten von Lichtwitz stets von dessen „Sinn für intellektuelle Sauberkeit“ sowie eine „durch nichts zu erschütternde kompromißlose Wahrhaftigkeit“ gekennzeichnet gewesen sei. Nicht ohne Bitterkeit notierte Nissen weiterhin: „Hier in New York zeigte es sich, daß dieser knorrige Stamm nicht mehr verpflanzungsfähig war. Trotz der äußeren Anpassung an neue berufliche Verhältnisse, war es ihm nicht gegeben, heimisch zu werden.“37

Selbstbewusst und kritikfreudig

Auch mit Albert Einstein geriet Lichtwitz in eine Konfliktsituation. Noch im Winter 1937/38 überbrachte Lichtwitz dem wieder in Interlaken Erholung suchenden Heinrich Zangger Grüße von Albert Einstein.38 Später kam es jedoch zu heftigen Verstimmungen zwischen Lichtwitz auf der einen sowie den Freunden Bucky und Einstein, die 1940 gemeinsam eine den Lichteinfall automatisch regulierende Kamera patentieren ließen, auf der anderen Seite.39 Lichtwitz hatte für seine neue Klinik eine Veranstaltung organisiert, zu der Bucky keine Einladung erhielt, wohl aber Einstein. Einstein richtete an Lichtwitz einen Brief, der an seiner Verstimmung keinen Zweifel lässt: „Heute erfuhr ich zufällig, dass Herr Bucky […] nicht eingeladen worden ist. Ich muss annehmen, dass hierin eine kränkende Absicht gegenüber meinem liebsten hiesigem Freunde obwaltet, der durch seine Leistungen auf dem Gebiete der Medizin und nicht minder durch Handlungen aufopfernder Freundschaft Ihnen gegenüber ganz andere Rechte auf eine derartige Einladung gehabt hätte als ich! Ich empfinde dies so schmerzlich, das es mir einfach unmöglich ist, […] an der Feier teilzunehmen.“40 Die Freundschaft zwischen Bucky und Einstein blieb bis zu Einsteins Tod 1955 bestehen.41

Auf der „Liste schädlichen Schriftguts“

Die Nationalsozialisten verloren Lichtwitz nicht aus den Augen. Nachdem er 1936 im Leidener Verlag Sijthoff seine „Pathologie der Funktionen und Regulationen“ veröffentlicht hatte, fand sich das Buch bald auf deren „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“.42 Lichtwitz erklärt im Vorwort: „Das ist das Buch eines Arztes, dem in der Alten wie in der Neuen Welt das große Glück zuteil wurde, in einem Kreise ausgezeichneter Mitarbeiter unter den günstigsten Bedingungen zu wirken“.43 Diese Bemerkung wurde von den Zensoren des NS-Staats nicht moniert, andere Textpassagen in einem Bericht für die Geheime Staatspolizei hingegen sehr wohl. Unter anderem heißt es dort: „Eine weitere abfällige Kritik an den politischen Führern unserer Zeit und vor allem an den verhältnismässig jungen Staatsmännern des Reiches findet sich in folgenden Äußerungen. S. 16: ‚Zwischen dem vierzigsten und siebzigsten Jahr wird die höchste, geistige Tätigkeit entfaltet. Geschichte und Gegenwart zeigen große alte Männer als Führer. Aber Geschichte lehrt auch, und die Zukunft wird es in furchtbarer Deutlichkeit klarmachen, was Führung durch unreife und einer Reifung nicht fähige Geister für die Menschheit bedeutet‘. Auf Grund dieser angeführten Stellen und der Tatsache, daß der Verfasser ein Jude ist, wird [sic] gegen eine Auslieferung dieses Buches Bedenken erhoben.“44

Auch in den meisten anderen, oft in den USA erschienen und nicht selten dem Montefiore Hospital dedizierten Werken verzichtete Lichtwitz auf Bemerkungen zur politischen Lage.45 Einen Hinweis auf seine Biographie gab allenfalls Erklärungen wie die über „the difficulty which one encounters in writing in another than his native tongue“.46

Versuch einer Damnatio memoriae

Im Jahr des Erscheinens von Lichtwitz‘ „Pathologie der Regulationen und Funktionen“ leitete die DGIM eine Damnatio memoriae ein: Seit 1936 erschien sein Name nicht mehr auf der jährlich erneuerten Liste der ehemaligen, noch lebenden Vorstandsmitglieder. Dies hielt mit Lichtwitz befreundete Kollegen nicht davon ab, mit dem in die Emigration Gezwungenen Kontakt zu halten. Im Frühsommer besuchte Wolfgang Heubner das Ehepaar Lichtwitz in den USA und war erfreut über die vergleichsweise gute Stellung, die Lichtwitz erreicht hatte.47 Kurz zuvor war Lichtwitz‘ ehemaliger Assistent Arthur Jores bei den Nationalsozialisten in Ungnade gefallen, weil er eine seiner Publikationen mit einer persönlichen Widmung versehen an Lichtwitz nach New York gesandt hatte, dies aber nicht unbeobachtet geblieben war.

Umgekehrt kehrte Lichtwitz auch seinen Freunden in Europa nicht den Rücken. Im September 1937 reiste er in die Schweiz, um an der „Schweizer Medizinischen Woche“ in Interlaken teilzunehmen. Hierbei kam es zu einem Zusammentreffen u.a. mit Heubner, Nissen und dem kürzlich mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Otto Loewi. Die seit 1935 von dem Baseler Klinikdirektor und DGIM-Mitglied Alfred Gigon initiierte „Medizinische Woche“ bot zahlreichen vertriebenen jüdischen Wissenschaftlern ein Forum des Austausches und der Begegnung.48 Nicht ohne Genugtuung notierte Heubner in seinem Tagebuch, dass „Leo Lichtwitz einen fabelhaft inhaltsreichen und geistiges Niveau tragenden Vortrag über die Regulationsstörungen des Kohlehydratstoffwechsels“ gehalten hätte.49

Als 1943 Lichtwitz verstarb, hielt Rudolf Nissen in der „Rudolf Virchow Medical Society“ in New York die Trauerrede.50 Im nationalsozialistischen Deutschland unterblieb jegliches fachöffentliches Gedenken an ihn. Erst nach Ende des Krieges und drei Jahre nach dem Ableben von Lichtwitz, rief Wolfgang Heubner Leopold Lichtwitz ins Gedächtnis: „Die langgehegte Hoffnung, ihn noch einmal in einem freien Deutschland unter uns wirken zu sehen, ist uns schmerzlich zunichte gemacht.“51

Die DGIM vergibt seit 2014 die Leopold-Lichtwitz-Medaille an Ärztinnen und Ärzte, die auf ein außergewöhnliches Lebenswerk zurückblicken können.

 


Quellennachweise

1 Leo Baeck Institut New York, AR 1704 Lichtwitz Family Collection, Box 1, Folder 1, Magistrat Ohlau an Lichtwitz, 13.3.1920; Staatsarchiv Hamburg, Bestand Altona/Personalakten, Sygn. L 209, Leopold Lichtwitz; Sammlung Waltraud Lichtwitz, Wolfenbüttel; Zeitzeugengespräch Waltraud Lichtwitz, Wolfenbüttel, 16.7.2015.

2 Oswald Müller-Plathe, Leidenschaftlicher Modernisierer, in: Hamburger Ärzteblatt 67 (2013), H. 8, S. 36–37; vgl. Oswald Müller-Plathe, Aus der Geschichte des Altonaer Krankenhauses. Asklepios Klinik Altona. Von 1784 bis zur Gegenwart, Husum 2011, S. 24 f.

3 Hendrik van den Bussche (Hg.)/Angela Bottin/Matthias Göpfert/Günter Komo/Christoph Mai/Friedemann Pfäfflin/Herbert Rüb/Wilhelm Thiele/Ursula Weisser (Bearb.): Medizinische Wissenschaft im „Dritten Reich“. Kontinuität, Anpassung und Opposition an der Hamburger Medizinischen Fakultät, Berlin/Hamburg 1989 (= Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsge­schichte, 5), S. 21.

4 Vgl. L.[eopold] Lichtwitz, Klinische Chemie, 2. Aufl. Berlin 1930, S. III; die Erstauflage erschien unter demselben Titel in Berlin 1918.

5 Vgl. Oswald Müller-Plathe, Leidenschaftlicher Modernisierer, in: Hamburger Ärzteblatt 67 (2013), H. 8, S. 36–37, S. 37; vgl. ders., Geschichte, S. 24 f.

6 So Arthur Jores in: Ludwig J. Pongratz (Hg.), Psychotherapie in Selbstdarstellungen, Bern/Stuttgart/Wien 1973, S. 232 f.

7 Zu Krebs, kein DGIM-Mitglied, vgl. Krebs, Reminiscences, passim; Holmes, Krebs I, passim; Krebs, Deutschland, S. 366; Frederic Lawrence Holmes, Hans Krebs, Bd. 2, Architect of Intermediary Metabolism 1933–1937, New York/Oxford 1993, passim; vgl. zudem Müller-Plathe, Geschichte, S. 25; Hermann-Josef Hellmich, Die Medizinische Fakultät der Universität Freiburg i. Br. 1933–1935. Eingriffe und Folgen nationalsozialistischer Personalpolitik, Diss. Freiburg i. Br. 1989, S. 78 ff.–Zu Jores siehe unten; vgl. Pongratz, Psychotherapie, S. 235 ff.

8 Vgl. Lichtwitz, Chemie, S. III.

8a Vgl. A. Bethe/G. v. Bergmann/ G. Embden/ A. Ellinger (Hg.), Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie mit Berücksichtigung der experimentellen Pharmakologie, Bd. IV, Resorption und Exkretion, bearb. v. A. Adler, Ph. Ellinger, O. Fürth, H. Jordan, L. Lichtwitz, W. v. Möllendorff, R. Mond, St. Rothmann, E. Schmitz, A. Schwenkenbecher, R. Seyderhelm, J. Strasburger, P. Trendelenburg, F. Verzár, Berlin 1929.

9 Vgl. Semler/Tauschwitz, Personal- und Abteilungschronik des Rudolf-Virchow-Krankenhauses 1906–1966, in: Forschung, Praxis, Fortbildung 17 (1966), S. 751–769, S. 752.

10 DGIM Wiesbaden, Protokollbuch der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 1931–1938, Zweite Ausschusssitzung, 13.4.1932.

11 Medizinhistorisches (MHI) Institut der Universität Bonn, NL Martini, Nr. 77, Schittenhelm an Lichtwitz, 22.3.1933; DGIM Wiesbaden, Protokollbuch der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 1931–1938, Erste Ausschusssitzung, 17.4.1933.

12 MHI Bonn, NL Martini, Nr. 77, Schittenhelm an Lichtwitz, 22.3.1933.

13 MHI Bonn, NL Martini, Nr. 77, Schittenhelm an Lichtwitz, 22.3.1933.

14 MHI Bonn, NL Martini, Nr. 77, Schittenhelm an Lichtwitz, 22.3.1933.

15 MHI Bonn, NL Martini, Nr. 77, Martini an Schittenhelm, 24.3.1933.

16 Vgl. Ulrich Beushausen/Hans-Joachim Dahms/Thomas Koch/Almuth Massing/Konrad Obermann, Die Medizinische Fakultät im Dritten Reich, in: Heinrich Becker/Hans-Joachim Dahms/Cornelia Wagner (Hg.), Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus, 2. erw. Aufl. München 1998, S. 183–286, S. 186.

17 Archiv der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Mainz, Tagebuch Wolfgang Heubner, Nr. 10, 23.3.1933.

18 Archiv der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Mainz, Tagebuch Wolfgang Heubner, Nr. 10, 26.3.1933.

19 Archiv der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Mainz, Tagebuch Wolfgang Heubner, Nr. 10, 30.3.1933. Am 26.4.1933 notierte Heubner: „Brief von Leo Lichtwitz aus Locarno gefunden, worin er seine auf Abgang gerichtete Korrespondenz mit dem Oberbürgermeister berichtete. Guter, stolzer Brief!“

20 DGIM Wiesbaden, Protokollbuch der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 1931–1938, Erste Ausschusssitzung, 17.4.1933.

21 Leo Baeck Institut New York, AR 1704 Lichtwitz Family Collection, Box 1, Folder 2, Zeitungsausschnitt Herbert Elias, Leopold Lichtwitz, in: Aufbau, 26.4.1943.

22 Am 23. Oktober 1932 schrieb Lichtwitz in Einsteins Caputher Gästebuch: „Ich bin mit meinen Hunden hergekommen. Und dabei kam es raus und ward entdeckt: Die Hunde haben sich sehr schlecht benommen. Vor'm Hausherrn haben Hunde nicht Respekt.“ (Leo Baeck Institute, New York, AR136 Albert Einstein Collection, Albert Einstein Caputh House Guestbook 1929–1932 (ROS12), S. 6, hier zitiert nach www.einstein-website.de/z_biography/guestbook.html, 3.9.2012).

23 Vgl. Robert Schulmann (Hg.), Seelenverwandte. Der Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Heinrich Zangger (1910–1947), Zürich 2012, Nr. 303, Einstein an Zangger, 18.9.1928, S. 471 m. Anm. 1.

24 Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 304, Zangger an Einstein, 11.10.1928, S, 472.

25 Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 305, Einstein an Zangger, 25.11.1928, S. 473.

26 Vgl. Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 321, Zangger an Einstein, 16.9.1931, S. 495.

27 Vgl. Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 328, Zangger an Einstein, 1.3.1932, S. 502; ebd., Nr. 338, Zangger an Einstein, nach 30.11.1932, S. 517.

28 Vgl. Ulrike Scheybal, Krebsforschung in der Zeit des Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung des Allgemeinen Instituts gegen die Geschwulstkrankheiten in Berlin, Diss. med. dent. Leipzig 2000, S. 39 ff.

29 Vgl. Scheybal, Krebsforschung, S. 41; zu Buckys Lebenslauf vgl. Karin Bormacher, Gustav Bucky (1880–1963). Biobibliographie eines Röntgenologen und Erfinders, Diss. med. Berlin 1967, passim.

30 Vgl. Peter A. Bucky i. Zusammenarbeit mit Allen G. Weakland, Der private Albert Einstein. Gespräche über Gott, die Menschen und die Bombe, Düsseldorf/Wien/New York 1991, S. 36; R. Pannhorst, Zur Entwicklung des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in den ersten 60 Jahren seines Bestehens, in: Forschung, Praxis, Fortbildung 17 (1966), S. 746–750, S. 749; Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 358, Zangger an Einstein, etwa 14.11.1934, S. 548. Bucky wird im Briefwechsel Zangger–Einstein nicht erwähnt. – Zu Flexner vgl. Thomas Neville Bonner, Iconoclast. Abraham Flexner and a Life in Learning, Baltimore/London 2002, passim. Flexner erwähnt Lichtwitz in seinen Memoiren nicht (Abraham Flexner, An Autobiography. A Revision, brought up to date of the author’s „I remember“, published in 1940, New York 1960). Siehe auch: Leopoldina-Archiv Halle, M1, MNr. 3757 Flexner.

31 Dorothy Levenson, Montefiore. The Hospital as Social Instrument, 1884–1984, New York 1984, S. 155.

32 Columbia University Rare Book & Manuscript Library, New York, Karteikarte employment Leopold Lichtwitz. Lichtwitz war von November 1933 bis November 1942 für die Columbia University tätig. – Vgl. L.[eopold] Lichtwitz, Pathologie der Funktionen und Regulationen, Leiden 1936, Titelblatt, wo es über den Autor heißt: „Chef der Medizinischen Abteilung des Montefiore Hospital New York C“ und „Clinical Professor of Medicine. Columbia University in the City of New York“.

33 Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 358, Zangger an Einstein, etwa 14.11.1934, S. 548.

34 Levenson, Montefiore, S. 164 u. S. 177.

35 Vgl. Levenson, Montefiore, S. 164. Ursache der Katastrophe, bei der über 100 Menschen nach Einnahme des „Erkältungssaftes“ „Elixir Sulfanilamide“ zu Tode kamen, war nicht der Wirkstoff selbst, sondern ein dem Arzneimittel beigegebenes toxisches Lösungsmittel.

36 Vgl. Levenson, Montefiore, S. 176.

37 Vgl. Rudolf Nissen, Helle Blätter – dunkle Blätter. Erinnerungen eines Chirurgen, Stuttgart 1969, S. 224 f.

38 Schulmann, Seelenverwandte, Nr. 360, Zangger an Einstein, 3.2.1938, S. 551.

39 Vgl. Bormacher, Biobibliographie, S. 14 f.

40 Bucky, Einstein, S. 37, Einstein an Lichtwitz, o.D., Faksimile des Durchschlags.

41 Vgl. Neffe, Einstein, S. 326 u. 444; Herneck, Einstein, S. 67.

42 Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums, Stand vom 31. Dezember 1938, Leipzig 1938, S. 85, hier zit. n. www.berlin.de/rubrik/hauptstadt/verbannte_buecher, 3.9.2012.

43 Lichtwitz, Pathologie, Vorwort, o.S.

44 Bundesarchiv (BA) Berlin, R 56-V/878, Reichsschrifttumskammer, Verbindungsstelle an Gestapo Leipzig, 13.1.1938.

45 Vgl. Leopold Lichtwitz, Nephritis, New York 1942. Die von 1932 bis 1935 von Lichtwitz mit dem Frankfurter Phototechniker und Privatgelehrten Raphael Liesegang sowie dem 1932 verstorbenen Biochemiker Karl Spiro, Direktor des Physiologisch-Chemischen Instituts der Universität Basel, in vierzehn Lieferungen publizierte „Medizinische Kolloidlehre“ wurde nicht auf den Index gesetzt, möglicherweise weil sie auf der Mitarbeit zahlreicher, auch nichtjüdischer Forscher basierte. L. Lichtwitz/Raph. Ed. Liesegang/Karl Spiro, Medizinische Kolloidlehre. Physiologie, Pathologie und Therapie in kolloidchemischer Betrachtung, Dresden/Leipzig 1935.

46 Leopold Lichtwitz, Functional Pathology, New York 1941, S. III.

47 Archiv der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Mainz, Tagebuch Wolfgang Heubner, Nr. 11, 1.5.1936 (Besuch der Labore und des Büros von Lichtwitz im Montefiore Hospital).

48 Vgl. die Anträge von Alfred Gigon zur Förderung der Zusammenkunft in Schweizerisches Bundesarchiv Bern, B.38.361.3, Internationale Woche in Interlaken; Nissen, Blätter, S. 223f.

49 Archiv der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Mainz, Tagebuch Wolfgang Heubner, Nr. 13, 2./3.9.1937.

50 Nissen, Blätter, S. 224.

51 Wolfgang Heubner, Zum Gedächtnis von Leopold Lichtwitz, in: XXX (1946), S. 777.

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