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Emigration

Walter Arnoldi

geb. 14.10.1881 Mainz
gest. 30.01.1960 Kopenhagen

Mitglied der DGIM 1921 bis 1938

 

Walter Arnoldi gehört zu den Internisten, die aus der Berliner II. Medizinischen Klinik der Charité vertrieben wurden.1 Bald nach seiner Approbation im Jahr 1907 wurde er dort Assistent, zunächst unter Friedrich Kraus, ab 1927 unter Gustav von Bergmann. Er habilitierte sich 1923 und wurde vier Jahre später zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt.2 Er las vor allem zu Stoffwechselerkrankungen vor.3

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten verlor Arnoldi seine Stelle als Chefarzt. Der Lehrauftrag wurde ihm 1935 aufgrund des „Reichsbürgergesetzes“ entzogen.4 Er blieb noch bis zum Februar 1938 in Berlin und floh dann zunächst nach Kopenhagen.5 1943 kam er nach Schweden, wo er auch wieder klinisch-wissenschaftlich tätig war. Er fand Anstellung im Länssjukhuset Ryhov, dem größten Krankenhaus in Jönköping.6 Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Dänemark zurück, wo er im Alter von 78 Jahren starb.

 


Quellennachweise

1 https://gedenkort.charite.de/menschen/, zuletzt eingesehen 20.11.2019. Vgl. Udo Schagen, Wer wurde vertrieben? Wie wenig wissen wir? Die Vertreibungen aus der Berliner Medizinischen Fakultät 1933. Ein Überblick, in: Udo Schagen/Sabine Schleiermacher (Hg.), Die Charité im Dritten Reich. Zur Dienstbarkeit der medizinischen Wissenschaft im Nationalsozialismus, Paderborn 2008, S. 51–65, S. 58; Reichsmedizinalkalender 1937, S. 176

2 Vgl. Johannes Asen, Gesamtverzeichnis des Lehrkörpers der Universität Berlin I, 1810–1945, Leipzig 1955, S. 113.

3 Vgl. Andreas D. Ebert, Jüdische Hochschullehrer an preußischen Universitäten (1870–1924). Eine quantitative Untersuchung mit biographischen Skizzen, Frankfurt a. M. 2008, S. 451.

4 Vgl. Michael Hubenstorf, Die 1933–1935 entlassenen Hochschullehrer der Medizin in Berlin, in: Wolfram Fischer/Klaus Hierholzer/Michael Hubenstorf (Hg.), Exodus von Wissenschaften aus Berlin. Fragestellungen – Ergebnisse – Desiderate. Entwicklungen vor und nach 1933, Berlin/New York 1994, S. 615–626, S. 626, S. 618.

5 https://gedenkort.charite.de/menschen/, zuletzt eingesehen 20.11.2019.

6 Vgl. Walter Arnoldi/Hillevi Löfvendahl, Untersuchungen über einige diätetisch-therapeutische Massnahmen bei der Behandlung von Schizophrenen, in: Acta Psychiatrica Scandinavica, 20,1 (1945), S. 31–41; Walter Arnoldi/Hillevi Löfvedahl, Weitere Mitteilungen über diätetisch-therapeutische Massnahmen bei der Behandlung von Schizophrenen, in: Acta Psychiatrica Scandinavica, 22,1-2 (1947), S. 57–68.

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